Anzeige

Exklusiv

Musical-Kritik “Die Schöne und das Biest”: Neuninszenierung mit Stärken und Schwächen

Vertane Chance!

Exklusiv
© Ina Fiethen / Musicalpuls

Zum großen Jubiläum der Martin Doepke Version des Musical-Klassikers “Die Schöne und das Biest” tourt aktuell eine Neuinszenierung von Manfred Hertlein und ShowSlot durch Deutschland und macht seit gestern (26.02.25) nun auch Halt im Metropol Theater Bremen. musicalpuls.com war bei der Bremer Premiere dabei – und erlebte ein Stück mit Stärken aber auch einigen Schwächen – so ist ausgerechnet das Biest leider sehr blass… Nachfolgend lest ihr in unserer Kritik mehr!



Bühnenbild beeindruckt

Schon beim Betreten des Saals zeichnet sich das großartige Bühnenbild (von Sam Madwar) ab… und tatsächlich: Hier fährt man groß auf. Gerade in den Szenen, wo sich die Dorf-Szenerie in das Innere des Schlosses vom Biest verwandelt, ist beeindruckend. Die Setwechsel mit (für eine Tourproduktion) sehr vielen Elementen sind dabei stets schnell und sauber, zudem sorgen die Nebel- und Lichteffekte für ein atmosphärisches Setting. Dafür muss man bei den Kostümen von Mara Lena Schönborn leider Abstriche machen, diese kommen nicht selten eher wenig hochwertig daher.

Moderne Songs bringen Schwung rein

Wettmachen tun das gleich mehrere starke Songs, die erfrischend und schwungvoll daherkommen und im Ohr bleiben – hier hat Dennis Heise ganze Arbeit geleistet. Malcolm Henry als Gustav sowie Margot Baars und Maja Dickmann, die die Schwestern von Belle spielen, haben hier gleich mehrere humorvolle Titel bekommen, die sie toll rüberbringen. Auch schauspielerisch gefielen uns alle Drei wirklich gut… genau wie Martin Berger als Wilhelm, dem Vater von Belle, der mit seiner einfühlsamen und sanften Art überzeugt. Auch die weibliche Hauptrolle ist mit Bianca Basler ganz stark besetzt – sie begeisterte in Bremen mit ihrer tollen Stimme und erklassigem Schauspiel! Dafür muss man offen sagen: Das traf auf das Biest leider nicht zu…



Schwächen im Buch machen Biest zahnlos

Mit Florian Resetarits stand bei der Bremer Premiere eine alternierende Besetzung vom Biest auf der Bühne (die Erstbesetzung Patrick Stanke spielte leider nicht)… dieser schaffte es nicht, das Biest furchteinflößend oder auch nur im Ansatz erschreckend darzustellen. Das lag gewiss zu großen Teilen auch am Buch (und auch am Kostüm), aber er schaffte es leider auch nicht, da was rauszuholen und der Rolle die nötige Präsenz zu verleihen. Das war leider zahnlos und blass.

Zu diesen Schwächen im Buch der Neuinszenierung kommt hinzu, dass gerade in der ersten Hälfte des Stücks kaum eine Szene zwischen dem Biest und Belle stattfindet, die plausibel erklärt, warum sie ihn lieben lernt und zu ihm zurückkehrt. Erst in der zweiten Hälfte, kurz vor dem Finale, gibt es eine Szene, die zeigt, dass beide eine Beziehung zueinander entwickelt haben. Das ist leider zu spät. Ein Ärgernis war leider auch der Kampf zwischen dem Biest und Gustav. Hier trug Florian Resetarits schon seine Maske und Bart nicht mehr… etwas, was man zweifellos besser hätte lösen können, wenn nicht sogar müssen.



Keine Frage, gerade beim Biest hat man leider jegliche Chance vertan… schade! Das ist leider der große Kritikpunkt an der Neuinszenierung. Es gibt aber auch, wie oben genannt, viele sehr zu lobende Punkte, wie die Leistung von den meisten Darstellern, der Musik und dem Bühnenbild. Wer Fan des Märchens ist, dem empfehlen wir, einen Blick zu wagen. Tickets gibt es direkt hier.

Anzeige

Weitere Beiträge

Beitrag teilen

WhatsApp
Email
Facebook
Twitter

Kevin Drewes

Als der rasende Reporter (so der Name, der mich in der ganzen Branche bekannt machte) setze ich seit 2018 meine enorme Expertise ein. Zum Sommer 2023 wagte ich dann den nächsten großen Schritt und gründete mit meiner Lebensgefährtin eine eigene Firma, die Puls-Medienportale UG – und so eben auch das dazugehörige Fachportal www.musicalpuls.com. Mit meinem Fachwissen und riesigem Netzwerk veröffentliche ich Euch hier regelmäßig Berichte aus der Musicalwelt… immer fair, ehrlich und sachlich.